Training für einen leinenaggressiven Hund, Leinenpöbler

Wir haben in der Vergangenheit sehr viele Erfahrungen gemacht im Bezug auf das Training der Leinenaggression, denn “unsere” damaligen Trainer gehörten auch zu denen, die der Meinung waren, man müsse über einen Strafreiz das Verhalten des Hundes unterdrücken bzw. unterbrechen. Der Schuss ging gewaltig nach hinten los, denn Chicos Aggressionsbereitschaft wurde immer stärker.

Ich wusste es damals nicht besser und hatte mich auf vermeintliche “Profis” verlassen. Chico wurden damit viele negative Reize zugefügt, die ihn stark verunsicherten und zur Gegenwehr veranlassten. Ich bereue dieses Training sehr und kenne nun beide Seiten der Medaille.

Ich bin daher der Meinung, dass das hier beschriebene der allerbeste Weg ist einem leinenaggressiven Hund beizubringen, entspannt und neutral zu bleiben in einer Begegnung mit einem anderen Hund!

Achtung: es geht hier um das ruhige an der Leine vorbei gehen und nicht darum das schlechte Sozialverhalten eines aggressiven Hundes zu reparieren!

Da ich mit Markersignal arbeitet, beschreibe ich nun auch die Trainigsmethode mit Hilfe des Markers (Clicker).

Das wichtigste ist im ersten Schritt, dass man die Gefühlslage seines Hundes ändert. Nämlich ihn zu entspannen, in dem Moment wo er den anderen Hund sieht !

Aufgrund des positiven Gefühlszustandes Ihres Hundes,wird er das bisherige Verhalten abgeschwächt zeigen!

In dem Moment wo Ihr Hund den anderen sieht, wurde er bisher sofort erregt und hat sich aufgebaut. Genau das wird nun geändert! Man verknüpft den anderen Hund neu, mit etwas erfreulichem. -> Markersignal + Belohnung

Wichtig: Sie sollen Ihren Hund nicht ablenken vom anderen Hund! Erst wenn Ihr Hund den anderen sieht, dann genau belohnen sie – JA, sie belohnen den Blick zum anderen Hund!!!!

Bisher war der fremde Hund Auslöser, dass der eigene Hund ausflippt und dieser Reiz wird nun neu verknüpft, indem der fremde Hund Auslöser wird, etwas freudiges zu erwarten! -> Click for Blick

Hierfür eignet sich ein Clicker bzw. Markerwort hervorragend, denn der Marker:

  • ruft positive Gefühle hervor, da positiv aufgebaut
  • vermittelt Sicherheit
  • heisst Zusammenarbeit mit dem Menschen

Erinnerung:
Es geht im ersten Schritt nicht darum, dass Verhalten zu ändern! Es geht vielmehr darum, die Gefühlslage zu ändern ! Es kann sein, dass der Hund am Anfang noch nicht sichtbar reagiert auf den Marker, aber in seinem Inneren findet bereits eine Gefühlsänderung statt. Daher markern wir, auch wenn der Hund bellt.

NEIN, man verstärkt mit dem Marker sein Verhalten nicht, denn etwas negatives kann man nicht mit etwas positivem negativer machen! Das ist biologisch nicht möglich!

Möglichkeiten, die im Training sehr gut funktionieren:

  • Zeigen und Benennen des Auslösers
  • Click for Blick
  • “Feuerclickern” (mehrere Clicks schnell nacheinander)
  • Intermediäre Brücke (tertiärer Verstärker)
  • Umorientierung
  • klassisch konditioniertes Entspannungssignal
  • ruhig reden
  • Futter suchen auf dem Boden
  • Kauen (Ochsenziemer o.ä.)
  • ein positiv aufgebautes Signal ausführen wie z. B. einen Trick, den der Hund gerne macht (aber nur,wenn positiv aufgebaut!)

Ich möchte Ihnen Mut machen! Das hier beschriebene ist kein Quatsch, sondern beruht auf der Verhaltensbiologie und dem Lernverhalten von Hunden.

Gehen Sie nicht länger Hundebegegnungen aus dem Weg, sondern nutzen Sie diese um positive Emotionen bei Ihrem Hund zu verknüpfen und ein Alternativverhalten aufzubauen.

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