Leinenführigkeit – Erfolgreich dem Hund das Ziehen abgewöhnen

Vorbereitungen:

Sie sollten darauf achten, dass die Leine lang genug ist. Eine zu kurze Leine lässt Ihrem Hund nicht genügend Bewegungsspielraum und kann daher auch einen mangelnden Leinenführigkeit hervorrufen.

Empfehlenswert sind Leinen mit einer Länge von 3 m, die dem Hund ermöglichen auch mal rechts und links vom Wegesrand zu schnüffeln ohne dass die Leine sich gleich strafft. Kommt Ihnen jemand entgegen, wird die Leine einfach kürzer gehalten.

Es ist sehr hilfreich, wenn Sie anfangs mit Halsband und Geschirr arbeiten. Mehr dazu am Ende des Artikels.

Ausserdem ist ein Markersignal sehr hilfreich. Ob Sie den Clicker oder ein Markerwort verwenden ist Ihnen überlassen.

Suchen Sie sich eine ruhige Umgebung aus mit wenig Ablenkung, z. B. ein großer Parkplatz nach Geschäftsschluss.

Nun kann es los gehen:

Ist Ihr Hund neben Ihnen und die Leine locker, markern Sie dies mit dem Clicker oder Markerwort + Belohnung. Die Belohnung geben Sie direkt aus der Hand.

Gehen Sie nun langsam voran und markern Sie jeden Schritt, den Ihr Hund an lockerer Leine läuft.

Strafft er die Leine, bleiben Sie sofort stehen wie ein Baum! UND warten Sie nun bis der Hund eine Aktion zeigt, um die Leine zu lockern. Locken oder animieren Sie ihn nicht. Warten Sie geduldig ab! Sobald er die Leine lockert, markern Sie und gehen SOFORT weiter. Es kann gut sein, dass Ihr Hund zu Beginn des Trainings kein Leckerchen haben möchte, denn das Weiterlaufen ist schon Belohnung.

Wichtig ist, dass Sie sofort markern, wenn Ihr Hund die Leine lockert und gehen Sie sofort weiter. Geben Sie ihm Leckerchen während dem Laufen.  Warten Sie nicht, dass er zurückkommt und das Leckerchen einfordert, denn sonst lernt er ggf. die Verhaltenskette: Ziehen – Lockern – Click - Futter – weiterlaufen – ziehen – lockern – Click – Futter – …….

Dies wollen wir natürlich nicht und hat mit Leinenführigkeit nichts zu tun, sondern ähnelt einem Hund am Gummiband.

Gestalten Sie die Übungen interessant. Variiern Sie die Laufgeschwindigkeit und auch die Laufrichtung. Üben Sie nie zu lange. Anfangs reichen ein paar wenige Minuten.

Lassen Sie den Hund nicht immer wieder “in die Falle” laufen, denn das macht Frust bei Hund und bei Ihnen. Fangen Sie daher klein an und markern Sie erstmal jeden Schritt, den Sie gehen.

Wenn das gut klappt und sie können einige Meter ohne Ziehen gehen, werden Sie variabel, d.h. markern Sie den ersten Schritt, den dritten, zweiten, fünften, usw.

Dies müssen Sie nun in verschiedenen Umgebungen üben mit langsam steigender Ablenkung, damit ihr Hund generalisiert, d.h. er lernt, dass die Leine überall locker sein soll.

Denken Sie daran, dass Sie in neuer Umgebung wieder von klein anfangen müssen und erstmal jeden Schritt markern bevor sie langsam variabel werden!

Wichtig: Ihr Hund darf während der Traininsphase mit dem Ziehen keinen Erfolg mehr haben, denn alles was variabel verstärkt wird (und das wird es, wenn er ab und zu doch ziehen darf), prägt sich sehr gut beim Hund ein und Sie werden das Ziel der lockeren Leine nur sehr schwer erreichen können.

 TIPP: Da Sie im Alltag wahrscheinlich nicht immer zu 100 % konsequent sein können, ist es empfehlenswert, wenn Sie mit Halsband und Geschirr arbeiten.

Bauen Sie z. b. mit dem Geschirr das “neue” Verhalten auf  und trainieren Sie absolut konsequent. Haben Sie es eilig und können nicht  konsequent trainieren, benutzen Sie das Halsband. Es macht durchaus Sinn dem Hund beides anzuziehen und wenn Sie unterwegs sind auch zwischendurch zu wechseln, wenn Sie gerade nicht an der “Lockeren Leine” trainieren! Denken Sie daran, dass Sie den Hund nicht überfordern und die Übungseinheiten daher anfangs kurz halten.

So, nun steht der Leinenführigkeit nichts mehr im Wege. Ich wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg beim Training!

Sollten Sie Fragen haben oder etwas nicht klappen, können Sie gerne meinem Frauchen eine Email senden.

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