27
Feb

Dummytraining – „Mehr als nur Stöckchen bringen“

Das Dummytraining

ist eine wertvolle Beschäftigungs-Möglichkeit, die die jagdliche Arbeit des Apportierens von Niederwild nachempfindet.

Ursprünglich wurde das Dummytraining als Ersatzarbeit für jagdlich geführte Hunde außerhalb der Jagdsaison und für unerfahrene Hunde als Vorbereitung auf die jagdliche Arbeit entwickelt.

Was früher nur in der Jagdhundeausbildung vorkam, wird immer mehr eine beliebte Beschäftigung für ganz normale Haushunde.

Hunde brauchen einen „Beruf“ oder ein „Hobby“, um körperlich und geistig ausgelastet zu sein. Viele Hundehalter suchen daher nach einer sinnvollen Beschäftigung, die problemlos in den Alltag integriert werden kann.

Die Dummyarbeit rückt daher immer mehr in das Interesse des „normalen“ Hundehalters.

Die Spezialisten auf diesem Gebiet sind die Retriever (to retrieve = wiederfinden, zurückholen). Man kann fast sagen, Retriever werden mit dem Dummy im Maul geboren und ihnen muss man das Apportieren an sich nicht beibringen. Bei anderen Hunderassen ist das nicht immer so einfach, aber auch sie können das Apportieren mit Freude und Spaß erlernen. Durch geeignetes und individuell abgestimmtes Training kann die Dummyarbeit wahre Begeisterung bei den unterschiedlichsten Hundetypen auslösen.

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Dummy kommt aus dem Englischen und bedeutet Attrappe. Das Dummy ist ein gefülltes Säckchen, das es in verschiedenen Größen gibt (Standard 500g). Es ersetzt das in der Jagdpraxis sonst zu apportierende Wild. Mit dem Dummy sollen jagdnahe Situationen nachempfunden werden.

Man unterscheidet diese drei Apporte:

Die Markierun

Der Hund kann die Flugbahn sehen. Er soll selbstständig das simulierte Jagdgeschehen beobachten und sich die Fallstelle merken
(= markieren) während er ruhig neben dem Hundeführer wartet (= Steadiness). Der Hund soll auf Signal hin direkt zum Dummy laufen und diesen zurückbringen.

Das Einweisen

Die Königsdisziplin der Dummyarbeit. Ein Apport, bei dem nur der Hundeführer weiß, wo sich das Dummy befindet und der Hund nicht markieren konnte. Der Hund wird mittels Handzeichen und Pfeifsignalen auf Distanz eingewiesen.

Die Freiverlorensuche

Hundeführer und Hund kennen die Fallstelle nicht. Der Hund sucht selbstständig und weitläufig ein Gebiet ab.

Die Vorteile der Dummyarbeit:

  • Teamarbeit
  • Kontrolliertes, gemeinsames Jagen
  • Das Vertrauen wird gestärkt und gefestigt durch gemeinsame Erfolgserlebnisse
  • Der Grundgehorsam wird ganz nebenbei gefestigt
  • Fördert und fordert eine gute Kommunikation zwischen Hundeführer und Hund
  • Eine sehr gute Möglichkeit bei unsicheren und ängstlichen Hunden mehr Selbstvertrauen zu entwickeln
  • Der Hund wird ausgelastet, denn alle Sinne werden angesprochen
  • Kann ohne großen Aufwand oder Vorbereitung in den Alltag integriert werden
  • Bleibt eine spannende und interessante Beschäftigung, da sich immer neue Aufgaben ergeben und kreieren lassen

Die Grundlage der Dummyarbeit ist das Apportieren, das in der traditionellen Dummyarbeit vorausgesetzt wird. Aber es schadet keinem Hund, auch nicht den Retrievern, das Apportieren gründlich aufzubauen, um später „Schönheitsfehler“ zu vermeiden.

Das Apportieren ist eine komplexe Verhaltenskette, bei der der Hund auf direktem Wege zum Dummy läuft, das Dummy ohne Umwege so schnell wie möglich, über verschiedene Untergründe, evtl. durch Wasser, über Hindernisse, ohne dabei auf dem Dummy zu knautschen, es fallen zu lassen oder gegen ein anderes einzutauschen, an dem er vorbei kommt, zum Hundeführer zurückbringt und es auf Signal aus gibt , ohne sich vorher zu schütteln falls er im Wasser war.

 Eine sehr schöne Trainingsherausforderung!


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