Auf dem Weg zum Gipfel … oder Urlaub im Hunsrück mit einem sehr entspannten Chico

Unser letzter Urlaub liegt schon eine ganz lange Zeit zurück, denn dieser war damals eine reine Katastrophe. Chico stackste damals noch wie eine tickende Zeitbombe durch die Gegend und flippte bei jeder Kleinigkeit aus. Er explodierte wegen Allem und Nichts. Er war ausserhalb des Ferienhauses nicht ansprechbar. Er zog ununterbrochen an der Leine, bellte laut vor sich hin und hüpfte am Leinenende auf und ab. Es war für uns beide Stress pur und täglich eine Tortur. So sind wir nach dem 3. Tag völlig erschöpft und total geknickt wieder nach Hause gefahren. DAS war im Sommer 2009.

Heute, fast 2 Jahre später, befinden wir uns auf dem Weg zum Gipfel!

Die Zeit, die Geduld und das gute Training des letzten Jahres, lassen uns steil bergauf gehen und was in 2009 noch so aussichtslos schien, ist heute zum Greifen nah!

Wir sind zurück aus einem schönen und entspannten Urlaub im Hunsrück. Letzte Woche noch hatte ich klitze-kleine Bedenken, wie es denn dieses Mal werden wird. ABER gewappnet mit guten Trainings-Werkzeugen ging es los und meine Bedenken sind schon am ersten Tag völlig verschwunden. Wenn ich ehrlich sein soll, bin ich sogar total überrascht, wie super entspannt es war. Ich kann es fast nicht glauben.

Wir wohnten in einem kleinen Ferienhaus auf einem 1000 qm großen, komplett eingezäunten, Grundstück. Dort angekommen sauste Chico erstmal über die Wiese hinterm Haus und wälzte sich alle paar Meter im frisch gemähten Gras. Als er kurz darauf am Zaun stand und an der Hecke vorbeischaute zum Nachbar, beobachtete ich ihn erstmal nur. Als er dann aber tief Luft holte und mich ganz erwartungsvoll anschaute, bin ich zu ihm gelaufen und was war da ? … in ca. 5 Meter Entfernung stand im Nachbar-Grundstück ein Husky.

Obwohl rechts und links von uns Hunde lebten und diese auch oft im Garten waren und bellten, konnte Chico entspannt auf der Terasse liegen und hat sich nicht dafür intessiert. Mit Hunden, die vorbei liefen, haben wir unser Lieblings-Spiel “Zeigen und Benennen” gemacht und so war auch dies kein Grund zum Aufregen.

Wir waren viel im Wald unterwegs und ich hätte noch vor einer Woche nicht gedacht, dass mein Chico so entspannt laufen kann im Wald. Er lief an der 10 m Leine, teilweise schleppend und war immer ansprechbar. Er hat von sich aus immer wieder Blickkontakt gesucht und falls er sich doch mal kurz verlor in der Welt der Gerüche, konnte er dem “Ende-Signal” folgen und an lockerer Leine weitergehen.

Ein weiteres Highlight für uns ist, dass ich fast kein Futter zum Belohnen brauchte. Klar hätte er es genommen, aber er hat es einfach nicht erwartet nach dem Marker, sondern für ihn war das Laufen, Schnüffeln und einfach Hund sein dürfen DIE Belohnung! So oft hat er mich angeschaut und nach einem “Du bist so suuuuper…”, wirkte er, als hätte er mir zugenickt mit der Botschaft “Weiß ich, komm lass uns einfach weiter laufen.”

So ging es entspannt und mit viel Freude fünf schöne Tage über die Wiesen und durch die Wälder rund um den Saar-Hunsrück-Steig.

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