Dem Gipfel so nah – vom Dauergestressten zum Gipfelstürmer
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Noch vor einem Jahr hätte ich nicht für möglich gehalten, dass wir innerhalb von 12 Monaten so steil bergauf klettern könnten!
Der dauergestresste Chico:
- konnte sich nur ganz schlecht konzentrieren konnte, war sehr nervös und aufgeregt
- reagierte sehr impulsiv und überraschend auf alltägliche Dinge
- war unberechenbar: was ihn heute kalt ließ, brachte ihn am nächsten Tag zum völligen ausflippen
- war ungeduldig und ganz schnell frustriert
- zeigte eine Übersprungshandlung nach der nächsten
- er reagierte nur noch zögerlich bis gar nicht auf Signale
- wirkte auf mich traurig und in sich gekehrt
- war gesundheitlich sehr geschwächt
Wie kam es dazu?
Man kann dies nicht nur von einem Faktor abhängig machen, denn es kommen immer mehrere zusammen. Aber ganz klar ist, dass das Training mit „Zuckerbrot und Peitsche“ ein Haupt-Faktor für den Dauer-Stress-Zustand war.
Nachdem ich “das Zuckerbrot und die Peitsche“ verbannt hatte, konnte ich viel entspannter mit ihm und den Auffälligkeiten umgehen. Der Stress verringerte sich sofort.
Kurz darauf konditionierte ich Chico auf den Clicker. Wir übten erstmal nur zu Hause einfache „Tricks“. Allerdings zeigte sich hier sofort Chico’s niedrige Frustrationstoleranz. Wenn ihm nicht sofort klar war, was er tun sollte oder es zu langsam ging, fing er an sich im Kreis zu drehen, seinen Schwanz zu jagen, zu fiepen, zu bellen oder mich anzuspringen.
An manchen Tagen war es aber auch das Gegenteil: Er tat gar nichts! Schaute mich nur mit großen Augen an und wirkte sehr verunsichert.
Dies hat mir einmal mehr vor Augen gehalten, welche Auswirkungen das vorherige Training hatte. Er war einfach hilfslos und sein Selbstvertrauen war am Tiefpunkt.
Ich habe ab diesem Zeitpunkt jedes gute Verhalten gemarkert und man sah, wie er von Tag zu Tag aufblühte und immer mehr Sicherheit bekam.
Zu Hause haben wir zur geistigen Auslastung immer mal wieder einen neuen „Trick“ gelernt und mit der Zeit wurde er immer konzentrierte und geduldiger. So kann ich ihn immer öfter „einfach mal machen lassen“. Er probiert von sich aus Dinge aus und seine Augen strahlen, wenn der Click ertönt.
Bis heute sind wir den Berg schon ganz schön steil bergauf geklettert. Chico’s Frustrationsgrenze ist enorm gestiegen, er hat viel gelernt, kann sich sehr gut konzentrieren und –auch in aufregenden Situationen- immer zuverlässiger Alternativverhalten ausführen. Auch gesundheitlich hat er sich erholt und ist wieder fit.
Unsere ständigen „Begleiter“ auf dem Weg zum Gipfel sind:
- Markersignal
- Entspannungssignal
- Umorientierungssignal
- Geschirrgriff
- positiv aufgebaute „Tricks“, wie z. B. ein Handtouch
- unterschiedliche Belohnungen und Verstärker
- Liebe, Geduld und Respekt
Heute ist das folgende Video entstanden. Bisher haben wir geübt, dass er sich mit den Vorderpfoten auf den Karton stellt. Heute habe ich ihn einfach mal machen lassen und wollte wissen, was er denn noch so kann. Er zeigt Eigeninitiative und kann ausprobieren, ohne zu frusten:
Ja, wir sind dem Gipfel sehr nah!
Tags: Beschäftigung, clickertraining, hundetraining, positive Verstärkung



