12
Apr

NEIN, das soll er aber nicht tun!

Hand aufs Herz… wievielmal am Tag benutzen Sie in der Kommunikation mit Ihrem Hund das Wort „Nein“ ?

Und nochmal Hand aufs Herz… bringt es was? Können Sie damit Verhalten bei Ihrem Hund effektiv und langfristig abstellen?

NEIN, richtig.

Wenn es etwas bringt, dann nur für einen kurzen Moment.

Ein „Nein“ ist für den Hund grundsätzlich ein Wort wie jedes andere auch. Sie könnten dem Hund auch beibringen, dass er auf das Signal „Nein“ Pfötchen gibt.

Wir Menschen wissen, dass hinter einem „Nein“ eine Ablehnung, ein Verbot bzw. etwas unerwünschtes steckt. Der Hund weiß das nicht! Für Hunde ist das grundsätzlich nur ein unbedeutendes Wort wie alle anderen auch.

Die wenigsten Menschen trainieren ein „Nein“ mit dem Hund bzw. bringen ihm nicht bei was er bei „Nein“ tun soll, sie nutzen es einfach nur, indem Sie sämtliche unerwünschte Handlungen mit „Nein“ kommentieren.

Viele behaupten, dass ihr Hund ganz genau weiß, was „Nein“ bedeutet.

Ich bezweifle dies.

Denn sämtliche Handlungen werden kommentiert mit „Nein“:

– Hund bellt – NEIN.
– Hund springt Mensch an – NEIN.
– Hund klaut Schuh – NEIN.
– Hund rennt Hase hinterher – NEIN.
– Hund nagt Tischbein an – NEIN.

Jedes dieser unerwünschten Handlungen ist ein komplett anderes Verhalten. Der Hund kann durch die fehlende Sinnbedeutung eines Wortes diese „Neins“ nicht verstehen.

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Es kann gut sein, dass der Hund gelernt hat, dass „Nein“ nichts angenehmes ankündigt, da das „Nein“ in einem schroffen Ton gesagt wird und die Körpersprache des Menschen meistens nicht freundlich ist.

D.h. Hunde reagieren auf „Nein“, weil sie spüren, dass wir sauer sind und daher vielleicht das Verhalten kurzfristig unterbrechen.

Weiß jetzt aber der Hund, was wir uncool fanden und was er tun soll?

NEIN.

Stellen Sie sich vor, Sie sind bei der Arbeit und bereiten eine Excel-Tabelle für Ihren Chef auf. Sie legen ihm die Arbeit vor, er schaut sie mit einem ernsten harten Blick an, sagt schroff „Nein“ und lässt sie stehen.

Was wissen Sie nun? Nichts.

Sie erahnen, dass er unzufrieden ist, aber mehr auch nicht.

Was tun Sie nun? Sie fragen Kollegen, machen sich Gedanken und/oder versuchen es erneut. Mit Glück wird er diesmal zufrieden sein, mit Pech bekommen Sie erneut eine negative Reaktion.

Wie fühlen Sie sich? Unsicher bis beschissen, richtig ?

Wie finden Sie Ihren Chef ? Doof bis unfair, richtig ?

Was hätte Ihr Chef besser machen können?

  1. Er hätte Ihnen sagen können, was was ihm nicht gefällt.
  2. Er hätte Ihnen erklären können, was und wie er die Tabelle gerne anders hätte.

Bei 1: Sie fühlen sich schlecht, weil sie es falsch gemacht haben und zu allem übel wissen Sie nicht, wie sie es besser machen sollen.

Bei 2: Sie wissen nun, was sie zu tun haben, um Ihren Chef glücklich zu machen und eine gute Arbeit abzugeben.

So, zurück zu dem Hund.

Ihr Hund weiß noch weniger als Sie was er tun soll, denn er hat keine Moral-Vorstellung von dem Wort „Nein“. Er weiß nur, dass Sie komisch drauf sind und wird entweder das Getane vermeiden, wenn Sie anwesend sind oder er muss verschiedene Strategien ausprobieren, wo er gegenfalls immer wieder in die „Nein“ – Falle stapft.

Was haben wir davon? Frustrierte Menschen und frustrierte Hunde.

Auszug aus dem Menschen-Alltag:

Mann steht auf und läuft zum Kühlschrank.
Frau möchte, dass er lieber Wasser trinkt statt Bier.

Frau: „Nein.“
Mann: „Was nein?“
Frau: „Nein, kein Bier.“
Mann: „Was denn dann?“
Frau: „Trink Wasser!“

… ob der Mann das jetzt befolgt, sei mal dahin gestellt. :-)

Was ich aufzeigen möchte: Das „Nein“ in der Konversation hat einerseits nur zu Rückfragen geführt und ist noch dazu völlig überflüssig. Die wirkliche Message war „Trink Wasser“.

Probieren Sie es aus.

Sagen Sie Ihrem Hund, was er tun soll ! Bringen Sie ihm bei, was sie von ihm möchten und verzichten Sie auf die Verneinungen!

Legen Sie den Fokus im Zusammenleben mit Ihrem Hund auf das, was sie gut finden und üben Sie Dinge, die er tun soll. Wenn Sie das etablieren werden Sie sehr gut auf ein unnützes „Nein“ verzichten können.

Sie werden sehen, wie die Missverständnisse geringer werden und die Beziehung zu Ihrem Hund immer enger und stabiler wird.

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