19
Jul

Vom unbefriedigten Hund und seinem frustrierten Mensch…

Bedürfnis =

  • der Zustand, wo man etwas braucht
  • das Verlangen, einem empfundenen oder tatsächlichen Mangel Abhilfe zu schaffen

Nehmen wir den Hund, der andere Hunde toll findet und gerne mit diesen Kontakt hat…
Dieser Hund blendet seinen Mensch aus sobald er einen anderen Hund sieht, rennt dorthin und spielt mit diesem.

Der Mensch versucht verzweifelt den Hund zurückzurufen, hat aber keine Chance, weil dem Hund der Kontakt zu dem anderen Hund sehr wichtig ist.

Der Mensch ist frustriert… Da das so nicht weitergehen kann, sucht er sich einen Hunde-Trainer.

Dieser Hunde-Trainer sagt nun:

“Der Hund darf ab sofort zu gar keinem Hund mehr Kontakt haben, sonst wird das schlimmer und der Hund muss ja eh erstmal eine Bindung aufbauen zu seinem Mensch, sonst wird das nie was.” 

Gibt es echt Trainer, die glauben, dass man so das Problem in den Griff bekommen kann???

Wie soll bitte die Bindung besser werden, wenn der Mensch ständig versucht zu verhindern, was der Hund so gerne tut?

Noch dazu, wenn es sich um ein Grund-Bedürfnis handelt, wozu häufig auch der Sozialkontakt zählt…

Also eins ist klar: Ich möchte mit niemandem zusammenleben, der ständig zusieht, dass ich die Dinge, die ich gerne tue, nicht tun kann!

Bindung? … es entsteht eher das Gegenteil.

Was passiert, wenn man Bedürfnisse unterdrückt?

-> Frust:

  • Gefühl, wenn ein Wunsch bzw. Bedürfnis nicht erfüllt wurde
  • Enttäuschung und [vermeintlichen] Zurücksetzung durch erzwungenen Verzicht
  • versagte Befriedigung

Frust führt zu Spannungen, Ärger, Wut und häufig auch zu Aggressionen…

Ihr Hund fühlt sich übrigens wie Sie, wenn Sie ihn mal wieder erwürgen wollen, weil er nicht zurückkam als Sie ihn riefen… und somit er Ihr Bedürfnis nicht befriedigt hat.

Hinzu kommt:

Ein Bedürfnis wird immer stärker, je weniger es befriedigt wird… und der unbefriedigte Hund wird garantiert jede Situation nutzen um sein Bedürfnis zu befriedigen, heißt sich für den Hund und gegen Sie entscheiden.

Resultat: Der Hund wird immer schlechter abrufbar und sie beide immer frustrierter!

Es passiert genau das Gegenteil von dem, was eigentlich erreicht werden möchte.

NEIN, aus jedem Hund ein “Tut-Nix” zu machen, den man überall hinrennen lässt ist auch keine Lösung!

Die Lösung: der sichere Rückruf!

Bedürfnisbefriedigung für Hund und Mensch.

Wie man den erreicht ?

Ganz einfach:

1. Bedürfnisse kennen

2. Signale für den Rückruf aufbauen

3. Mit passenden Belohnungen verstärken

4. Bedürfnisse befriedigen

5. Immer wieder üben, aufladen und variabel verstärken

Wie das geht? … Frag einen TSD-Trainer

Das Thema “Bedürfnisbefriedigung” gilt übrigens auch für sämtliche anderen Wünsche, Ziele und Probleme…

Und zum Thema Bindung ist eins zu sagen:

Wer wichtig sein will im Leben von seinem Hund sollte die Bedürfnisse kennen und sie ihm (so gut es geht) ermöglichen!

Dann klappt’s auch mit der Bindung…

Probieren Sie es aus… Sie werden davon profitieren, denn das Bedürfnis von Ihnen und von Ihrem Hund wird nun erfüllt, Sie haben beide weniger Frust und werden nun auch ein starke Bindung haben!

Das ist es doch wert oder ?

 

 

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