08
Sep

Ohne Belohnung – ist NICHT ! ! !

„Mein Hund soll das tun, weil ich das möchte und nicht, weil er eine Belohnung bekommt!“

AHA…

Und warum soll Dein Hund das tun, nur weil Du es möchtest?

Was passiert, wenn er es nicht tut ? … es gibt Ärger.

AHA…

Da haben wir es doch schon…

Schauen wir uns das Thema Belohnung in der Hunderziehung doch nochmal genauer an.

Für viele bedeutet Belohnung, dass der Hund ein Lob, eine Streicheleinheit, ein Spiel oder ein Leckerchen bekommt.

Okay, diese Belohnungen können Verhalten verstärken, wenn sie in dem Moment auch wirklich ein Verstärker sind.

Was ich damit meine? … nehmen wir den Hund, der zurückkommt, weil er gerufen wird und dafür als Belohnung eine tätschelnde Streicheleinheit bekommt… der Hund hält das duckend aus und hofft, dass es bald vorbei ist. Das war dann eben kein Verstärker, weil der Hund das tätschelnde Lob nicht angenehm empfand. Im Gegenteil es war eher eine Strafe.

So. Jetzt gibt es die Gegner des positiven Hundetrainings, die behaupten, dass ein Hund auch ohne Belohnung gehorchen muss.

AHA… und wie soll das gehen?

Warum sollte der Hund etwas tun, was für ihn nicht mal sinnvoll ist wie z. B. Sitzen, wenn ein anderer Hund entgegenkommt, ohne, dass es sich für ihn lohnt???

Das macht einfach keinen Sinn!

Kein Lebewesen der Welt würde so funktionieren.

Okay, es stimmt, dass es Menschen gibt, die ohne Leckerchen und Spiel mit dem Hund trainieren und die Hunde tun, was diese Menschen wollen. ABER was passiert hier?

Stimmt es, dass diese Menschen wirklich nicht belohnen?

NEIN.

Die Menschen, die behaupten, dass Sie ohne Belohnungen arbeiten, die haben nicht verstanden, was sie tun, DENN:

Auch das Vermeiden von Strafe ist eine Belohnung!

Nehmen wir ein Beispiel:

Der Hund soll sitzen und bleiben. Er steht aber auf, weil ein anderer Hund entgegen kommt, der Mensch geht daraufhin schnell, frontal mit einem scharfen „gssssssssssssccccchhhhhhhh“ und mit angespannter Körpersprache auf den Hund zu. Der Hund zeigt Konfliktzeichen indem er die Ohren anlegt, den Kopf abwendet, den Körper abduckt und setzt sich wieder hin.

Was ist hier nun passiert?

Der Hund hat sich lieber wieder hingesetzt, um weitere Unannehmlichkeiten zu vermeiden!

Also wo ist die Belohnung?

Hund: Es lohnt sich sich wieder hinzusetzen bevor mein Mensch mich weiter bedroht!

Ja ich stimme Euch zu, der Hund stirbt nicht daran, aber er fühlt sich auch nicht wohl und sieht diese Art der Kommunikation sogar als Bedrohung. Jetzt werden bestimmt viele sagen „Ja aber Hunde machen das auch so“ … Nein, Hunde machen das nicht so! Zumindest nicht, wenn Sie sozial miteinander agieren. Geht ein Hund keifend, frontal, schnell und angespannt auf einen anderen Hund zu wird diese Situation eher sehr unschön enden.

Ein weiteres Beispiel:

Der Hund läuft an der Schleppleine, ist unaufmerksam und schaut wenig nach seinem Menschen. Der Mensch macht nun überraschende Richtungswechsel. Immer dann wenn der Hund woanders hinschaut, rennt der Mensch in die andere Richtung, was zur Folge hat, dass der Hund einen üblen Ruck bekommt. Im schlimmsten Falle sogar noch am Halsband.

Diese Methode kann funktionieren, ja. Warum? Der Hund empfindet den Ruck als unangenehm bzw. es tut ihm weh und merkt, dass die Rucke weniger werden, wenn er näher bei seinem Menschen ist.

So, wo ist die Belohnung?

Hund: Wenn ich aufmerksamer bin, kommt kein Ruck und es lohnt sich näher bei meinem Menschen zu sein, weil es dann nicht weh tut.

Okay, noch ein Beispiel:

Der Hund will Essen vom Tisch holen. Der Mensch wirft eine Rappeldose in dem Moment wo er am Tisch hochgehen will. Der Hund erschreckt sich und geht vom Tisch weg. Zwei Tage später gleiches Spiel… sobald der Hund zum Tisch geht erschreckt er sich durch die Rappeldose, er geht weg.

Wo ist nun die Belohnung?

Hund: Wenn ich Abstand vom Tisch halte, erschrecke ich nicht. Es lohnt sich also wegzubleiben.

Also, Fazit…

Egal wie man mit einem Hund umgeht, ohne Belohnungen geht NICHTS.

Ob man nun einen Hund möchte, der Verhalten zeigt, weil es sich lohnt unangenehme Dinge zu vermeiden oder einen Hund, der Verhalten zeigt, weil er dafür etwas nettes bekommt, das ist jedem selbst überlassen.

Ich jedenfalls hatte bereits mit Chico einen Hund, der gelernt hatte, dass es sich lohnt zu gehorchen um unangenehme Dinge zu vermeiden und der dadurch sogar versucht hat mich zu meiden vor Angst.

Ich möchte das nie wieder erleben mit meinen Hunden!

Falls ihr momentan noch im Zwiespalt seid, hoffe ich, dass ich Euch ein Gedankenanstoß geben konnte und Ihr Eure Belohnungen überdenkt, aus Liebe zu Eurem Hund.

bild2x

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