03
Jan

Wieviel Auslastung braucht ein Hund?

Ein Blog-Beitrag von Sandra Wiegand


Weniger ist Mehr!!!

Immer wieder höre ich von Kunden, dass sie ihren Hund „richtig auspowern“ müssen, damit er zu Hause nicht alles auf den Kopf stellt, wenn er zb. alleine bleiben muss.
Oder ich komme zu Kunden im Ersttermin und bekomme erzählt, dass sie schon 5x Gassi am Tag gehen, Ball spielen und Fahrrad fahren und trotzdem wirft der Hund zu Hause ständig etwas zum spielen vor die Füße.
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Vielleicht sollte ich noch mehr machen???

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Nein!!! Im Gegenteil.

Ein wichtiger Punkt in unseren Erstterminen ist die Sensibilisierung der Besitzer in Bezug auf die Ruhezeiten und Entspannung. Denn gerade Welpen oder Hunde in der Junghunde- oder man nennt sie auch „Out-of-Order-Phase“ neigen dazu zu überdrehen.
Hier ist nun wichtig den Hund etwas „raus“ zunehmen, Pausen zu etablieren.
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Mit einem jagdlich motivierten Hund mal in einer für ihn reizarmen Umgebung Gassi zu gehen oder
anstatt den Ball einfach nur immer wieder zu werfen ihn zu verstecken und den Hund ihn suchen lassen.
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Mehr Kopfarbeit, weniger Action.

Und natürlich trainieren wir unseren Hund auch Leistung an. Wenn wir täglich joggen gehen, können wir auch irgendwann ein Marathon laufen…
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Auch ein Thema: Anzahl der Gassigänge…
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Meine Hunde nehme ich bewußt auch mal ein Tag raus.
Keks zum Beispiel. Völlig durchgeknallter, jagender und buddelnder Labradoodle.
Ich gehe bewußt mit ihm höchstens 3x in der Woche ins Feld. Er ist dort reizuberflutet und auch gestresst. Das merke ich dann zu Hause. Er braucht sehr lange bis er wieder runterkommt.
Ich nehme ihn raus indem ich  ruhige Spaziergänge in Wohngebieten mache.
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Oder ein anderes Beispiel.
 
Gerade wenn die Hunde abends mit mir unterwegs waren, laufe ich morgens keine Runde mit ihnen.
Ich lasse sie in den Garten ihr Geschäft erledigen, dann gibt es Futter und dann legen Sie sich völlig gechillt wieder hin.
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Gehe ich morgens die große Runde, wird dann zu Hause nach dem Futter erst mal eine wilde Spieleinheit eingelegt, die ich dann meistens irgendwann unterbrechen muss, weil sie selbst nicht zur Ruhe finden.
Es gibt also Tage an denen meine Hunde nur eine Runde Gassi haben. Dafür mache ich etwas Kopfarbeit, Suchspiele oder lasse sie einfach nur chillen.

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Überfordert eure Hunde nicht.

Trainiert euch nicht die Mehrleistung an, sondern macht einfach mal weniger mit Euren Hunden und legt mehr Wert auf Entspannung und Ruhe. Sie werden es Euch danken und wenn ihr dann trainiert auch viel konzentrierter dabei sein!
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Comments ( 1 )
  • Debbie says:

    Super text! Ich mache mit meinem rettungshundehundearbeit und wir gehen auf den hundeplatz, machen mal unterordnung, mal longieren, mal agility (seit der bh aber nicht mehr so regelmäßig)
    Aber an den tagen wo wir arbeiten gibt es nur kurze spaziergänge um die geschäfte zu erledigen. Und wenn wir dienstag abend in den trümmern waren, gehen wir auch mittwoch morgen nur be winzige rundde, die nasenarbeit macht ihn echt müde.
    Wir haben auf jeden fall ein gutes maß gefunden, nachdem ich am anfang auch dachte, wir brauchen mehr und mehr und mehr…
    Ich merke es jetzt auch in der winterpause, wir machen tagelang nix und das macht ihm gar nix, er genießt das kuscheln und die entspannung.

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