Archiv in der Kategorie ‘Chico's Blog’

Chico rockt auf Deutschlandtour: 1. Etappe Mannheim-Nürnberg

Sonntag, Juni 12th, 2011

Easy Dogs Seminar on Tour mit Silke Arling

Unser 1. Etappenziel nahmen wir am Samstag, den 04.06.2011 in Angriff. Um 6 Uhr machten wir uns auf die Reise nach Nürnberg. Gegen 8.30 Uhr trafen wir in Nürnberg ein und wurden bei strahlendem Sonnenschein sehr herzlich empfangen.

Nach einer kurzer Begrüßung und Kennenlernrunde, holten wir nacheinander die Hunde aus den Autos.

Damit die Hunde die Möglichkeit hatten in Ruhe die neue Umgebung zu erkunden, liefen wir mit genügend Abstand der Reihe nach los.

Die Route führte uns am Valzner Weiher vorbei in den Wald.

Nicht nur die wunderschöne Umgebung war sehr beeindruckend, sondern auch, dass schon nach kurzer Zeit die Gruppe dicht beieinander lief und die Hunde, die sich alle zum ersten Mal sahen, freundlich Kontakt zueinander aufnahmen.

Es war sofort eine Harmonie in der gesamten Gruppe zu spüren, die ermöglichte, dass die Hunde schon nach der ersten Station frei in der Gruppe laufen konnten.

Die Tour war gegliedert in sechs Stationen. Silke Arling referierte über folgende Themen:

1. Zecken / Mückenstiche

2. Sonnenstich

3. Vergiftung

4. Prellung / Stauchung

5. Vertreten / Zerrungen

6. Druckverband / Pfotenverband

An den einzelnen Stationen legten die Mensch-Hund-Teams eine Pause ein und hörten aufmerksam der Tierhomöopathin zu.

Bei jeder Station erhielten die Teilnehmer eine kleine Karte, auf der die wichtigsten Erste-Hilfe-Mittel aufgeführt sind. Sehr praktisch, denn diese passt zukünftig neben der Notfallapotheke in jeden Wanderrucksack!

Die Strecke der Tour wurde super ausgewählt, die Landschaft traumhaft, für die Hunde ein Paradies: Breite Wege, Wiesen, Wald und jede Menge Wasser und Bademöglichkeiten.

Diese Premiere war ein voller Erfolg! Eine Mischung aus Trainingsspaziergang und Seminar, eine wirklich geniale Idee!

Herzlichen Dank an Claudia und Maria, die die Tour geführt und perfekt organisiert haben!

Sehr stolz bin ich auf Chico, der die 3 stündige Tour in völlig unbekannter Umgebung unter viel Ablenkung mit Bravur gemeistert hat.

Wir freuen uns auf das nächste Seminar on Tour und werden garantiert wieder dabei sein!

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Dem Gipfel so nah – vom Dauergestressten zum Gipfelstürmer

Samstag, Mai 14th, 2011

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Noch vor einem Jahr hätte ich nicht für möglich gehalten, dass wir innerhalb von 12 Monaten so steil bergauf klettern könnten!

Der dauergestresste Chico:

  • konnte sich nur ganz schlecht konzentrieren konnte, war sehr nervös und aufgeregt
  • reagierte sehr impulsiv und überraschend auf alltägliche Dinge
  • war unberechenbar: was ihn heute kalt ließ, brachte ihn am nächsten Tag zum völligen ausflippen
  • war ungeduldig und ganz schnell frustriert
  • zeigte eine Übersprungshandlung nach der nächsten
  • er reagierte nur noch zögerlich bis gar nicht auf Signale
  • wirkte auf mich traurig und in sich gekehrt
  • war gesundheitlich sehr geschwächt

Wie kam es dazu?

Man kann dies nicht nur von einem Faktor abhängig machen, denn es kommen immer mehrere zusammen. Aber ganz klar ist, dass das Training mit „Zuckerbrot und Peitsche“ ein Haupt-Faktor für den Dauer-Stress-Zustand war.

Nachdem ich “das Zuckerbrot und die Peitsche“ verbannt hatte, konnte ich viel entspannter mit ihm und den Auffälligkeiten umgehen. Der Stress verringerte sich sofort.

Kurz darauf konditionierte ich Chico auf den Clicker. Wir übten erstmal nur zu Hause einfache „Tricks“. Allerdings zeigte sich hier sofort Chico’s niedrige Frustrationstoleranz. Wenn ihm nicht sofort klar war, was er tun sollte oder es zu langsam ging, fing er an sich im Kreis zu drehen, seinen Schwanz zu jagen, zu fiepen, zu bellen oder mich anzuspringen.

An manchen Tagen war es aber auch das Gegenteil: Er tat gar nichts! Schaute mich nur mit großen Augen an und wirkte sehr verunsichert.

Dies hat mir einmal mehr vor Augen gehalten,  welche Auswirkungen das vorherige Training hatte. Er war einfach hilfslos und sein Selbstvertrauen war am Tiefpunkt.

Ich habe ab diesem Zeitpunkt jedes gute Verhalten gemarkert  und man sah, wie er von Tag zu Tag aufblühte und immer mehr Sicherheit bekam.

Zu Hause haben wir zur geistigen Auslastung immer mal wieder einen neuen „Trick“ gelernt und mit der Zeit wurde er immer konzentrierte und geduldiger. So kann ich ihn immer öfter „einfach mal machen lassen“. Er probiert von sich aus Dinge aus und seine Augen strahlen, wenn der Click ertönt.

Bis heute sind wir den Berg schon ganz schön steil bergauf geklettert. Chico’s Frustrationsgrenze ist enorm gestiegen, er hat viel gelernt, kann sich sehr gut konzentrieren und –auch in aufregenden Situationen- immer zuverlässiger Alternativverhalten ausführen. Auch gesundheitlich hat er sich erholt und ist wieder fit.

Unsere ständigen „Begleiter“ auf  dem Weg zum Gipfel sind:

Heute ist das folgende Video entstanden. Bisher haben wir geübt, dass er sich mit den Vorderpfoten auf den Karton stellt. Heute habe ich ihn einfach mal machen lassen und wollte wissen, was er denn noch so kann. Er zeigt Eigeninitiative und kann ausprobieren, ohne zu frusten:

Ja, wir sind dem Gipfel sehr nah!

Auf dem Weg zum Gipfel … oder Urlaub im Hunsrück mit einem sehr entspannten Chico

Freitag, April 22nd, 2011

Unser letzter Urlaub liegt schon eine ganz lange Zeit zurück, denn dieser war damals eine reine Katastrophe. Chico stackste damals noch wie eine tickende Zeitbombe durch die Gegend und flippte bei jeder Kleinigkeit aus. Er explodierte wegen Allem und Nichts. Er war ausserhalb des Ferienhauses nicht ansprechbar. Er zog ununterbrochen an der Leine, bellte laut vor sich hin und hüpfte am Leinenende auf und ab. Es war für uns beide Stress pur und täglich eine Tortur. So sind wir nach dem 3. Tag völlig erschöpft und total geknickt wieder nach Hause gefahren. DAS war im Sommer 2009.

Heute, fast 2 Jahre später, befinden wir uns auf dem Weg zum Gipfel!

Die Zeit, die Geduld und das gute Training des letzten Jahres, lassen uns steil bergauf gehen und was in 2009 noch so aussichtslos schien, ist heute zum Greifen nah!

Wir sind zurück aus einem schönen und entspannten Urlaub im Hunsrück. Letzte Woche noch hatte ich klitze-kleine Bedenken, wie es denn dieses Mal werden wird. ABER gewappnet mit guten Trainings-Werkzeugen ging es los und meine Bedenken sind schon am ersten Tag völlig verschwunden. Wenn ich ehrlich sein soll, bin ich sogar total überrascht, wie super entspannt es war. Ich kann es fast nicht glauben.

Wir wohnten in einem kleinen Ferienhaus auf einem 1000 qm großen, komplett eingezäunten, Grundstück. Dort angekommen sauste Chico erstmal über die Wiese hinterm Haus und wälzte sich alle paar Meter im frisch gemähten Gras. Als er kurz darauf am Zaun stand und an der Hecke vorbeischaute zum Nachbar, beobachtete ich ihn erstmal nur. Als er dann aber tief Luft holte und mich ganz erwartungsvoll anschaute, bin ich zu ihm gelaufen und was war da ? … in ca. 5 Meter Entfernung stand im Nachbar-Grundstück ein Husky.

Obwohl rechts und links von uns Hunde lebten und diese auch oft im Garten waren und bellten, konnte Chico entspannt auf der Terasse liegen und hat sich nicht dafür intessiert. Mit Hunden, die vorbei liefen, haben wir unser Lieblings-Spiel “Zeigen und Benennen” gemacht und so war auch dies kein Grund zum Aufregen.

Wir waren viel im Wald unterwegs und ich hätte noch vor einer Woche nicht gedacht, dass mein Chico so entspannt laufen kann im Wald. Er lief an der 10 m Leine, teilweise schleppend und war immer ansprechbar. Er hat von sich aus immer wieder Blickkontakt gesucht und falls er sich doch mal kurz verlor in der Welt der Gerüche, konnte er dem “Ende-Signal” folgen und an lockerer Leine weitergehen.

Ein weiteres Highlight für uns ist, dass ich fast kein Futter zum Belohnen brauchte. Klar hätte er es genommen, aber er hat es einfach nicht erwartet nach dem Marker, sondern für ihn war das Laufen, Schnüffeln und einfach Hund sein dürfen DIE Belohnung! So oft hat er mich angeschaut und nach einem “Du bist so suuuuper…”, wirkte er, als hätte er mir zugenickt mit der Botschaft “Weiß ich, komm lass uns einfach weiter laufen.”

So ging es entspannt und mit viel Freude fünf schöne Tage über die Wiesen und durch die Wälder rund um den Saar-Hunsrück-Steig.

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2011 fängt an wie …

Sonntag, März 20th, 2011

2010 aufgehört hat… nämlich: steil bergauf !

Unsere Großbaustelle -Hunde auf der gegenüberliegenden Straßenseite ruhig passieren- haben wir mit großem Erfolg abgearbeitet. Chico zeigt Hunde von sich aus an, kann diese ruhig anschauen, ein Alternativverhalten wie z. B. sitzen, einen Trick (Diener, Fußtouch, …) ausführen oder auch vorbeilaufen. Je nach Situation und Abstand benutze ich als Hilfe für das Vorbeilaufen den Hand-Target.

Ich kann gar nicht beschreiben, wie erleichternd das Gefühl ist einfach vor die Tür zu gehen ohne vorher tausend mal darüber nachzudenken bzw. zu hoffen, dass jetzt kein Hund direkt um die Ecke kommt! Da wir an einem Gassi-Geh-Durchweg wohnen, kommen natürlich nach wie vor immer mal wieder Hunde um die Ecke, ABER Chico geht nicht vorwärts in die Leine, sondern er wendet sich ab:
-> “Hey, da ist ein Hund, was soll ich machen? Sitzen, Diener, Handtouch, … ???”

DAS IST EINFACH GENIAL !!!

Nicht mehr die Schuhe wechseln müssen in der Mittagspause aus Angst nur mit festen Wanderstiefeln den Halt haben zu können, nicht mehr die Leine vor Öffnung der Haustüre drei Mal um die Hand wickeln zu müssen, … einfach entspannt nach draussen zu gehen ist soooo schön!

Auch, wenn es doch einmal passiert, dass Chico in sein altes Muster fällt, ist das nicht schlimm, denn es passiert bei weitem nicht mehr mit so einer großen Intensität und ich kann ihn gut umlenken bzw. unterbrechen. Wo ich früher nach so einer Situation noch minutenlang einen stacksigen Hund an der Leine hatte, der sofort zu explodieren drohte, schüttelt er sich heute einmal kurz und läuft entspannt weiter.

An einer Nebenbaustelle -Hunde auf Feldwegen bzw. auf Wiesen / Feldern ruhig passieren oder langsam annähern- arbeiten wir fleissig und haben auch hier schon große Erfolge, denn wir haben den Abstand drastisch verringert! Wo Chico noch vor einem halben Jahr aus einer Distanz von 100 m los donnerte und dann frustend in der Leine hing, können wir inzwischen bis auf 10-15 m nah ran.

Es ist natürlich situationsabhängig, ob und wenn ja, wie stark Chico frustet. In sehr hohe Erregungslage kommt er bei großen schwarzen Hunden und bei rennenden Hunden. Was super schwer für ihn ist, sind Hunde, die am Fahrrad an uns vorbei rennen.

Eine besondere Situation hatten wir heute, denn wir  liefen auf einem Feld, wo wir nur ganz selten Hunden begegnen und dann waren es auch noch zwei Hunde, die am Fahrrad rannten. Chico wollte hin, die Leine hielt ihn auf und er fiel in das alte Muster…

Ich konnte ihn mit Hilfe des Geschirrgriff und dem Click Clack des Clickers unterbrechen, umorientieren und er konnte dann ruhig den Hunden nachschauen. Wo ich “früher” in solchen Situationen einen Puls von 200 hatte und mich minutenlang danach noch ärgerte, kann ich heute ganz gelassen damit umgehen und mich freuen, wie super gut mein Hund auf mich reagiert !!!

Es ist einfach wahnsinnig schön zu sehen, wie wir in den letzten 12 Monaten -nach all den vorherigen Strapazen- zu einem Team zusammengewachsen sind !!!

Intensives Hundebegegnungs-Training am Sonntag Morgen

Sonntag, Januar 9th, 2011

Eigentlich wollten wir nur eine kurze Runde gehen, da wir uns um 13 Uhr mit Kimba auf dem Feld zum allsonntäglichen Feld-Annäherungstraining treffen, aber aus dem kurzen Spaziergang wurde ein intensives Begegnungs-Training.

Auf der Straße sind Begegnungen kein Problem mehr. Chico zeigt von sich aus die Hunde und auch sofort Alternativverhalten an. Auf feldähnlichen Wegen wird es schwieriger, auch große Hunde – vorallem schwarze – bringen ihn eher in Rage.

Wir hatten nach drei sehr guten Begegnungen auf der Straße eine auf einem Weg, wo wir uns aus großer Distanz annäherten. Er blieb relaxt bis ca. 10 m vorher, da spürte ich, es wird Zeit den Bogen einzuschlagen. Ich hatte ca. 2-3 m Platz, um auf den Grünstreifen zu laufen. Chico trug seinen Futterbeutel, kurz bevor wir auf Höhe des Hundes waren, ließ er ihn allerdings fallen und ging mit einem Wuff nach vorne, war aber sofort mit freundlichem “Chico” zu unterbrechen und wieder bei mir. Er konnte dann im Sitzen den Hund vorbei laufen lassen, der übrigens seeehr langsam weiter lief und ich daher sehr viel ruhiges Sitzen markern konnte.

Gleich danach wurde es sehr schwer, denn es kam ein großer Berner Sennenhund direkt von vorne. Ich bin etwas auf die Seite, allerdings hatte ich diesmal nicht so viel Platz. Chico konnte schöne Handtouches machen und den Hund immer wieder ruhig anschauen. Als dieser aber direkt vor uns an straffer Leine stand und uns anschaute, kam Chico in einen großen Konflikt. Das hat man richtig gesehen…er stand und schnuffelte in die Luft in Richtung Hund. Ich habe ruhig geredet und auch gemarkert, konnte aber nicht mehr wirklich durchdringen und so ging er nach ein paar Sekunden auch hier kurz nach vorne.

Da wir in einem Wohngebiet leben, das ähnlich wie Quadrate aufgebaut ist, sind wir diesem Berner auf dem Heimweg erneut begegnet. Diesmal allerdings auf der Straße und jetzt war die Begegnung super. Der Berner kam auf unserer Seite von vorne und stand im Abstand von 5 m wieder in der Leine und hat Chico angeschaut, aber Chico wandte sich sofort ab! -> Genial !

Nach dem Berner haben wir noch einen kleinen Terrier auf der anderen Straßenseite überholt. Ich habe mir den Hund immer wieder zeigen lassen und diverse Tricks mit Chico gemacht. Herrchen des Terriers war etwas irritiert, verstand aber mein Verhalten nachdem ich ihm zurief, dass Chico früher ausflippte, wenn er Hunde sah. Terrier-Herrchen’s Antwort: “Ach, das ist der Braune aus dem hellblauen Haus da vorne, der immer so furchtbar bellte ????”

-> Ja, das WAR er !!!

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