Archiv in der Kategorie ‘Wissenswertes’

Rückruf mit passender Belohnung

Mittwoch, November 16th, 2011

Chico’s Rückruf-Signal ist verknüpft mit den unterschiedlichsten Belohnungen. Wichtig ist, Belohnungen zu wählen, die das aktuelles Bedürfnis des Hundes befriedigen.

Hier lässt es die Situation zu und ich kann ihn mit der Handlung, die unterbrochen wird, belohnen, indem ich ihn wieder buddeln schicke.

Buddeln ist ein Verhalten, das sehr schwer zu unterbrechen ist. Chico reagiert inzwischen sofort auf das Rückruf-Signal und kann nach einer kurzen Buddel-Sequenz auf ein freundliches “weiter” die Maus links liegen lassen.

Training mit positiver Verstärkung macht einfach riesen Spaß!


Motivation und Zusammenarbeit im Hundetraining

Sonntag, November 6th, 2011

Im Training mit Hunden wird eigentlich immer von Motivation und Zusammenarbeit gesprochen. Oft wird dies falsch verstanden, interpretiert und auch umgesetzt, denn häufig versteht der Mensch unter Motivation den Hund mit Leckerlies oder Spielzeug zu animieren oder zu locken und stößt damit immer wieder an Grenzen.

Der Mensch meint es gut, will den Hund motivieren zur Zusammenarbeit und belohnen, aber der Hund blendet den Mensch trotzdem aus.

Schnell entsteht ein Teufelskreis aus Frust beim Mensch als auch beim Hund. Will es doch einfach nicht klappen mit der netten Zusammenarbeit bestätigt leider viele darin doch Druck oder Zwang anwenden zu müssen.

Der Mensch versucht die Motivation des Hundes so zu beeinflussen, dass diese den Bedürfnissen des Mensches entspricht und vergisst dabei aber seinen Hund. Wenn nötig wird Einschüchterung und Gewalt angewendet, um sich durchzusetzen, nach dem Motto “Hat doch der Hund das zu machen, was ich will”. Dies wird dann fälschlicherweise als Zusammenarbeit bezeichnet. Der Hund “funktioniert” aus Angst vor Strafe und für viele wirkt das leider wie Zusammenarbeit.

Ist es das aber? Kann man von Zusammenarbeit sprechen, wenn der Mensch durch Einschüchterungen und Druck versucht natürliche Verhaltensweisen und die aktuellen Motivationen und Bedürfnisse des Hundes zu Gunsten des Menschen zu unterdrücken?

Ich verstehe das nicht unter Zusammenarbeit!

Für mich bedeutet Zusammenarbeit, dass ich die Bedürfnisse meines Hundes kenne, auf diese eingehe und -so gut es die Situationen zulassen- auch befriedige.

Ja, dazu gehört auch, dass ich damit leben kann, dass ich auch mal gegen die Umweltreize, die den Hund motivieren, verliere. Sei es der Grashalm, der so gut riecht, oder das Mauseloch in das sich der Hund gerade eingräbt.

Für mich bedeutet Zusammenarbeit auch, dass ich dem Hund die Chance und die notwendige Zeit gebe zum Lernen. Mit mir gemeinsam zu lernen, in seinem Tempo und seinen Bedürfnissen angepasst.

Ein Hund, dessen Bedürfnisse immer wieder vom Mensch verachtet und/oder unterdrückt werden, wird nicht zur Zusammenarbeit mit seinem Mensch motiviert sein. Ein Hund, der auf dem Feld stöberte und seinen Mensch dabei vergaß, dafür nun als Strafe zwei Wochen lang an einer 2m Leine laufen muss, wird nach den zwei Strafwochen nicht weniger stöbern gehen. Im Gegenteil er wird es gegenfalls noch ausgeprägter tun. Man kann Bedürnisse unterdrücken, aber irgendwann kommen Sie irgendwo wieder nach oben. Häufig extremer als vorher.

Wenn ich die Bedürfnisse des Hundes kenne, diese -so weit es mir möglich ist- befriedige, wird der Hund auch motiviert sein mit mir zusammenzuarbeiten und vorallem, er wird dies gerne tun!

Versuchen Sie umzudenken!
Beobachten Sie Ihren Hund genau, befriedigen Sie SEINE Bedürnisse, nutzen Sie seine aktuelle Motivation, um mit Positiver Verstärkung ohne Durck und Gewalt gemeinsam zu trainieren und so Spaß am Lernen zu haben!

Das starke Team, das sich daraus entwickelt, wird Sie für Ihre Geduld und Ihr Training belohnen!

Im folgenden Video sehen Sie, wie Sie die aktuelle Motivation des Hundes einsetzen können.
Hier: Chico gräbt ein Loch, er wird abgerufen und nach dem Markersignal folgt die Belohnung “Buddeln”. Nach einer kurzen Sequenz buddeln ist er ansprechbar und kann mit mir weitergehen.

Chico’s Rückrufsignal ist verknüpft mit den unterschiedlichsten bedürfnisbefriedigenden Belohnungen. Es lohnt sich für ihn zurückzukommen und er tut es sehr gerne!

Erfahren Sie mir über dieses Thema: Motivation, Bedürfnisse und Verstärker von Dr. Ute Blaschke-Berthold

Wie gut kennen Sie Ihren Hund?

Chico’s Belohnungsliste:

  1. Zu Hunden hinrennen und “Hallo sagen”
  2. Fressen
  3. Geworfenes Futter suchen
  4. einfach Hund sein dürfen (rennen, schnüffeln,…)
  5. Kauen von Knabbereien (Natürlichen Kauartikeln)Hetz- und Rennspiele (mit Ball o. ä.)
  6. Leckerlis aus der Luft fangen
  7. Verlorensuche
  8. im Gebüsch stöbern
  9. Apportieren / Dummytraining
  10. Schwimmen
  11. Buddeln
  12. Lauern (Mäuschenspiel)
  13. Auf den Schoß der Bezugsperson klettern
  14. Tricks mit Bezugsperson machen
  15. Borsten von Handfegern oder Bürste abkauen
  16. Zerstören von Plüschtieren und Spielzeug
  17. Kartons zerreißen
  18. wälzen
  19. Gestreichelt werden von Bezugsperson
  20. Hochspringen dürfen

Bei der Belohnungsliste geht es ausschließlich um den Hund und zwar darum, was er oft und gerne tut. Im Alltag können wir dem Hund nicht immer jede Belohnung zukommen lassen und müssen in der Situation überlegen, wie wir uns diese “Jackpots” zu Nutze machen und als Verstärker einsetzen können. Als verantwortungsvoller Halter sollten Sie immer Rücksicht auf andere Menschen, Hunde und Tiere nehmen.

Noch mehr Belohnungslisten:



Markertraining – Zeigen und Benennen am Wolfsgehege

Mittwoch, Oktober 12th, 2011

Es gibt Hunde, die kommen in hohe Erregung, wenn Sie auf andere Tiere treffen. Sie reagieren impulsiv und sehr schnell, springen in die Leine und toben. Oft wird versucht dieses Verhalten zu stoppen, unterbrechen bzw. zu unterdrücken. Aber dies führt dazu, dass wir in einen Teufelskreis kommen, denn der Hund reagiert beim nächsten Mal noch heftiger.

Hier sehen Sie, wie Sie ohne Strafe solche Situationen mit ihrem Hund gemeinsam meistern können. “Zeigen und Benennen” setzt man bei allen Reizen ein, die den Hund in eine hohe Erregungslage bringen!

Markertraining

Sonntag, September 4th, 2011

Hier sehen Sie Videos von Nicole mit Zara und Horst mit Tali.
Mehr über die Vier erfahren Sie hier: Tali’s Blog

Freies Formen / Shaping – Einsteigen in das Auto

Freitag, August 12th, 2011

Nach einem Auffahr-Unfall, bei dem Amy im Kofferraum tief und fest schlief, hatte sie Panikattacken sobald sie nur das Auto sah. Sie stieg nicht mehr freiwillig in das Auto ein.

Auch durch Locken mit Futter wurde es nicht besser. Warum?

Mit Locken in Angst-Situationen treibt man den Hund in einen starken Konflikt. Einerseits möchte der Hund gerne flüchten, andererseits möchte er das Futter. Sehr oft sieht man, dass ein Hund kurz in den Kofferraum springt, um sich das Leckerlie zu holen, aber sofort wieder raus springt. Das Locken führt nicht zum Erfolg, sondern bringt den Hund jedes Mal in einen neuen Konflikt.

Hier wurde mit Freiem Formen gearbeitet, d.h. der Hund erarbeitet die Übung selbstständig. Die Übung wird hierfür in viele kleine Einzelteile zerlegt, die positiv bestätigt werden und somit für den Hund immer zum Erfolg führen. Der Hund lernt freiwillig und gerne einzusteigen!

Videos mit freundlicher Genehmigung von Susanne B.